Fortbildungsangebote

Aktuelle Fortbildungsangebote

 

Ebasa bietet Fortbildungsreihen für Multiplikator_innen im Bereich des Globalen Lernens an, meistens mit dem Fokus auf rassismuskritischen Bildungsansätzen. Im Rahmen unseres 2019 gestarteten neuen Projekts zu „Transformativer Bildung“ sind wieder einzelne Fortbildungsmodule vorgesehen, allerdings erst im Jahr 2020. Im Jahr 2019 werden wir voraussichtlich keine Multiplikator_innen-Fortbildungen anbieten. Falls doch, halten wir euch hier auf dem Laufenden!

 


 

Archiv unserer Fortbildungsangebote

 

2017/18: Solidarity Welcome! – Fortbildungsreihe zu rassismuskritischer Bildung mit dem Schwerpunkt Flucht und Fluchtursachen

 

 

 

 

 

 

 

Wir sind überzeugt, dass Bildungsarbeit zu gesellschaftlicher Solidarität beitragen kann. In der Fortbildungsreihe „Solidarity Welcome!“ werden wir deshalb gemeinsam der Frage nachgehen, wie sich eine solche Bildungsarbeit ohne die Reproduktion diskriminierender Stereotype gestalten lässt. In den fünf praxisorientierten Modulen werden sowohl die Grundlagen des Trainer_innenseins erlernt, rassismuskritische Perspektiven auf Entwicklungszusammenarbeit, Hilfe und „Integration“ eröffnet, als auch konkrete Inhalte und Methoden erarbeitet und reflektiert. Da die Themen Flucht und Fluchtursachen ein derzeit häufig gewählter Schwerpunkt der entwicklungspolitischen Bildungsarbeit sind, bilden sie den inhaltlichen Fokus unserer Reihe.

Multiplikator_in werden in der entwicklungspolitischen Bildungsarbeit

Die Fortbildungsreihe richtet sich an Personen, die gerne in der entwicklungspolitischen und rassismuskritischen Bildungsarbeit aktiv werden wollen oder in dieser bereits aktiv sind und ihre Praxis vertiefen und reflektieren möchten. Darüber hinaus richtet sich die Reihe an Personen, die in verschiedenen (beruflichen) Bereichen mit den Inhalten der Fortbildungsreihe zu tun haben und die im Rahmen ihrer Tätigkeiten Bildungsveranstaltungen in unterschiedlichsten Formen organisieren und gestalten.

Die Module

Modul 1: Grundlagen der Bildungsarbeit – Trainer_in werden
26. – 30. Juli 2017, Kaub

Modul 2: Rassismus und Stereotype
13. – 15. Oktober 2017, Mainz

Modul 3: Flucht und Fluchtursachen
12. – 14. Januar 2018, Mainz

Modul 4: Neue Perspektiven auf Bilder, Texte & Öffentlichkeitsarbeit
2. – 4. März 2018, Mainz

Modul 5: Neue Perspektiven auf Übungen, Methoden & Rollenspiele
4. – 6. Mai 2018, Mainz

Ort und Unterbringung

Mit Ausnahme des ersten Moduls finden alle Veranstaltungen zentral gelegen in Mainz statt. Das erste Modul verbringen wir in einem schönen Seminarhaus in Kaub im Mittelrheintal (mit dem Zug ca. 1 Stunde von Mainz und 1 1/2 Stunden von Frankfurt entfernt). Nur bei diesem ersten Modul ist die Übernachtung (in 2-Bettzimmern mit Waschbecken) sowie Vollverpflegung im Preis inklusive. Für die Module in Mainz können Sie von uns Tipps zu Übernachtungsmöglichkeiten bekommen.

Anmeldung

Der Teilnahmebeitrag beträgt 30 Euro pro Workshoptag (ermäßigt auf Anfrage). Dieser beinhaltet Verpflegung zu den Seminarzeiten (inkl. Mittagessen) sowie alle Unterlagen für die Seminare (inkl. ebasa-Trainer_innen-Handbuch). Für den Erhalt des ebasa-Zertifikats sind die Module I bis III und zusätzlich entweder Modul IV oder Modul V zu absolvieren.

Hier finden Sie den Flyer zur Fortbildungsreihe.

Gefördert von ENGAGEMENT GLOBAL im Auftrag des BMZ, von ELAN RLP und Lotto/Bingo und aus den Mitteln des Kirchlichen Entwicklungsdienstes durch Brot für die Welt – Evangelischer Entwicklungsdienst

 

 

Basismodul

Im Basismodul geht es auf der pädagogischen Ebene darum, sich mit der Motivation, den Zielen und der Rolle als Trainer_in oder Multiplikator_in auseinanderzusetzen. Mit Hilfe interaktiver und praktischer Methoden werden Themen wie Gruppenprozesse und Seminarkonzeption aufgegriffen. Das Basismodul ermöglicht es, in die Trainer_innenrolle hineinzuwachsen und sich in einem geschützten Raum selbst auszuprobieren.
Schwerpunkt des Moduls ist die inhaltliche Ebene, welche Grundlagenwissen zu Entwicklungspolitik und Globalem Lernen umfasst. Es findet eine kritische Auseinandersetzung mit dem Konzept „Entwicklung“ und weiteren Konzepten der entwicklungspolitischen Bildungsarbeit statt. So soll eine persönliche Reflexion angestoßen und „Entwicklung“ neu gedacht werden. Für eine umfassende Beschäftigung mit “Entwicklung” müssen auch die impliziten Bilder und unausgesprochnen Annahmen des Konzepts reflektiert werden. Die Fragen, wer denn wen entwickelt und warum, sind hierbei entscheidend. Wo braucht es heute Entwicklung und welcher Art?
Der besondere Vorteil und das Alleinstellungsmerkmal des Basismoduls ist die im Wechsel mit pädagogischen Einheiten durchgehend praktizierte inhaltliche Einarbeitung. Beispielsweise lernen wir über ihre Rolle und Verantwortung als Multiplikator_in zu reflektieren und gleichzeitig etwa Begrifflichkeiten auf ihre Geschichte, Kontext und Wertung hin zu überprüfen.

Vertiefungsmodul: Globales Lernen und Kultur

Inhaltlich steht besonders der Zusammenhang von entwicklungspolitischer Bildung, Kultur und Globalem Lernen im Mittelpunkt. Der Kulturbegriff wird auch in der entwicklungspolitischen Bildung häufig benutzt und dies meist ohne ergänzende Hinweise oder ohne, dass deutlich wird, was dem Konzept zugrunde liegt. Dabei nähern sich die Teilnehmenden über praktische Übungen den Konzepten des Globalen Lernens an und erhalten im Folgenden kurze Inputs zu unterschiedlichen Kulturkonzepten. Die Theorie und Praxis des Globalen Lernens wird aus verschiedenen Perspektiven dargestellt und diskutiert, immer mit einem Blick auf Eurozentrismus und Prozesse der Kulturalisierung. Wie werden „Kulturen“ aus dem globalen Süden in unterschiedlichen Ansätzen des Globalen Lernens dargestellt, was zeichnet sie aus, wie werden sie von europäischen „Kulturen“ abgegrenzt, welche Rolle spielt das Konzept der Entwicklung? Inwiefern spielt es eine Rolle, ob der Autor/ die Autorin selbst aus einem Land des globalen Südens oder des globalen Nordens stammt? Welche Wirkungen können bestimmte Kulturverständnisse für das Verhältnis zwischen Ländern des globalen Südens und Nordens haben und was ergibt sich daraus für das GL?

Wir werden viele Übungen und Methoden selbst ausprobieren und uns so nicht nur inhaltlich, sondern auch in ihrer Rolle als Trainer_in weiterentwickeln.

Vertiefungsmodul: Rassismus und Stereotype

Die eigenen (unbewussten) Rassismen und Stereotype, die sich auch in der entwicklungspolitischen Bildungsarbeit finden, stehen in diesem Modul an erster Stelle. Wir reflektieren anhand von Selbsterfahrungsübungen und Methodenbeispielen die Reichweite und Bedeutung von Rassismus in der Bildungsarbeit. Durch Inputs und Diskussionen wird herausgearbeitet, was die Unterschiede zwischen Rassismus und Stereotypen sind und welche rassistischen Bilder wir alle erlernt haben und unbewusst weitertragen. Wir bearbeiten die eigene Rolle und Verantwortung und erkennen Mechanismen im Globalen Lernen, das Menschen ausschließt und diskriminierend wirkt. Zum Beispiel finden sich in Methodensammlungen immer wieder Übungen, die sich ganz klar nur an ein weißes und deutsches Publikum wenden. In diesen Übungen wird die Realität des Einwanderungslands Deutschland nicht abgebildet und Menschen, die eben nicht mit den Markern “Weiß” und “Deutsch” ausgestattet sind, werden ausgeschlossen. Hinzu kommt, dass die Übungen “die Anderen” oftmals objektiviert werden. Was genau das bedeutet und wie man Bildungsarbeit anders gestalten kann, wird ebenfalls Thema sein. Es ist Ziel zu lernen solche Prozesse kritisch zu deuten und sie einzuordnen. Außerdem erlernen wir Möglichkeiten, Kulturalisierungen und Rassismus in der eigenen Arbeit nicht nur zu erkennen und zu thematisieren, sondern auch erste konkrete Ansätze, um Bildungsarbeit weniger rassistisch und kulturalisierend zu gestalten.

Leitende Aspekte hierbei sind neben der eigenen Sozialisierung auch die Gründe für ein Engagement in der entwicklungspol. Bildungsarbeit und das Selbstbild. Welche Konzepte und Begriffe halten wir für neutral und verwenden sie in unserer Tätigkeit als Multiplikator_innen und welche Kritik formulieren die postkolonialen Theorien daran? Wo liegen Rassismen und Stereotype begründet und welche Rolle spielen beispielsweise die Kolonialzeit und das internationale Wirtschaftssystem in diesem Zusammenhang?

Zusatzmodul: Neue Perspektiven auf Bilder, Texte und Öffentlichkeitsarbeit

m Alltag stoßen wir in Schulen durch Schulbücher, auf der Straße durch Plakatwerbung oder im Fernsehen und der Presse auf verschiedene rassistische Abbildungen und Darstellungen. Auch das Globale Lernen kann sich davon nicht freisprechen. Für Multiplikator_innen ist jedoch unerlässlich diese Bilder erkennen und bearbeiten zu können. Beispielhaft für Materialien, die im GL eingesetzt werden und stereotype Bilder benutzen kann hier eine Broschüre für den Unterricht benannt werden (Groß-Ernst & Strelau: Mit dem fliegenden Teppich in den Orient, 2007). Unhinterfragt wird hier ein koloniales Bild des Orients dargestellt. Statt in Materialien eine perspektivenreiche und globale Sicht auf die Welt zu vermitteln, verbleibt das Unterrichtsmaterial bei unterkomplexen Erklärungen und Stereotypen. Mit euch erarbeiten wir Wege und Arten Rassismus zu vermeiden und problematische Darstellungen zu thematisieren, ohne zu überfordern und ohne Rassismen weiterzutragen.

Darüber hinaus finden wir in vielen Materialien der entwicklungspolitischen Öffentlichkeitsarbeit weitere rassistische Bilder über Schwarze Menschen. Diese werden sehr häufig als passive, anonyme Empfänger von Hilfe dargestellt, die sich und ihren Kindern nicht selbst helfen können und darum auf die Hilfe aus Deutschland angewiesen sind. Nur sehr selten erhalten die abgebildeten Personen überhaupt einen Namen oder eine Geschichte. Sie stehen meistens einfach stellvertretend für “Afrika”. Die Analyse und Kritik solcher Materialien ist Inhalt des Moduls. Neben der Erarbeitung eigener Materialien und der Verbesserung vorhandener – immer vor dem Hintergrund der verschiedenen Zwänge (z.B. Spendengenerierung) – geht es vor allem auch darum, positive Beispiele kennen zu lernen. Hier gibt es bereits viele interessante Ansätze, die den Teilnehmenden helfen können.

Beide Zusatzmodule gehen von den Erfahrungen und der kreativen Interaktion von und durch euch Teilnehmende aus. Im Rahmen von jeweils zwei Tagen werden anhand der in den Vertiefungsmodulen erarbeiteten Kriterien weitere Materialien bzw. Methoden analysiert und Elemente herausgefiltert und diskutiert, die zum Beispiel Rassismus durch Bildauswahl reproduzieren, Entwicklung als Einbahnstraße oder Kulturen als statisch darstellen. Die betreffenden Methoden werden von den Teilnehmenden immer auch ausprobiert. Genau an dieser Stelle werden dann, aufbauend auf die in den ersten Modulen erworbenen Fähigkeiten, good practice Ansätze erarbeitet. Es folgen konkrete Vorschläge und Erneuerungen von Material und Methoden der entwicklungspolitischen Bildungsarbeit.

Zusatzmodul: Neue Perspektiven auf Methoden, Übungen und Rollenspiele

Zahlreiche Methoden des GL schließen durch ihren Aufbau Personen aus, arbeiten mit Stereotypen oder fördern eine eurozentrische Weltsicht. Nur selten werden diese Mechanismen explizit genannt oder reflektiert. Die Teilnehmenden des Moduls erarbeiten Ergänzungen und Veränderungen der Methoden. Die erlernten Analysefähigkeiten helfen ihnen zukünftig dabei rassismusfreier in der entwicklungspolitischen Bildungsarbeit aktiv sein zu können.

In diesem Zusatzmodul erlernen wir die impliziten Annahmen solcher Methoden zu erkennen und diese kreativ abzuändern. So ließen sich fast alle Situationen auch mit Deutschland als Kontext durchspielen, um darauf hinzuweisen, dass Kommunikationsprobleme und kulturelle Unterschiede nicht erst im Ausland auftreten und Fremdheitserfahrungen auch im deutschen Alltag (auch mit Deutschen) auftreten. Außerdem ließe sich eine Selbstreflexion in diese Übung integrieren, um die Selbstverständlichkeit des Status des “Helfers” zu hinterfragen. Hier können die Teilnehmenden an die vorhergehenden Module anknüpfen und auf verschiedene Konzepte von Entwicklung Bezug nehmen. Darüber hinaus werden auch im Globalen Lernen verschiedene Methoden angewandt in denen Teilnehmer_innen in eine Rolle schlüpfen, um kulturelle Unterschiede oder Privilegien zu erleben und anschließend zu reflektieren. Diese Übungen sind häufig problematisch, da sie gewisse Stereotype und Rassismus reproduzieren können und festigen können – was wiederum die Gefahr birgt, Personen in der Gruppe, die Rassismuserfahrungen machen, abermals damit zu diskriminieren. Das Modul ermöglichst es den Teilnehmenden, ausgewählte Methoden (z.B. Step Forward oder Albatros) in einem geschützten Setting selbst zu erfahren, positive und negative Aspekte herauszuarbeiten und die Methoden ggf. abzuwandeln und anzupassen. Nicht nur werden bereits sehr bekannt Methoden analysiert, es sollen auch neue Methoden ausprobiert werden. Es bietet zum Beispiel die Möglichkeit Situationen und Erfahrungen mit welchen Teilnehmenden regelmäßig konfrontiert sind mit unterschiedlichen Rollen zu erproben und dabei immer wieder Rollen, Fokus oder Ablauf zu verändern, um rassistische oder stereotype Handlungen, Implikationen etc. zu entlarven und alternative Handlungsoptionen zu erproben. Im Besonderen profitieren Methoden, welche auf Erfahrungswissen und -muster zurückgreifen von einer solchen Reflexion.

Der Flyer der Reihe kann hier heruntergeladen werden.

Die entstandene Broschüre ist hier zu finden und kann bei uns bestellt werden.

2015/16: Perspektiven entwickeln – Eine kritische Fortbildungsreihe zum Thema Entwicklung

 

 

 

 

 

 

 

 

 

2014: Solidarität Global Lernen: Entwicklungspolitisches Engagement jenseits von Rassismus und kulturellen Stereotypen

 

 

 

 

 

 

 

Die Motivation vieler Engagierter, überhaupt Bildungsarbeit zu machen, ist der Wunsch nach globaler Solidarität und Gerechtigkeit. Gleichzeitig werden jedoch Materialien und Ansätze der entwicklungspolitischen Bildungsarbeit aus postkolonialer und rassismuskritischer Perspektive seit einiger Zeit stark kritisiert.

Vor diesem Hintergrund veranstalten wir eine dreiteilige Fortbildungsreihe für Multiplikator_innen und in der Bildungsarbeit Tätige, die sich mit Rassismus und Kultur im Zusammenhang mit globalen Themen befassen wird.

An mehreren Wochenend-Workshops laden wir zum Mitmachen und Ausprobieren ein. Wir werden gemeinsam entwicklungspolitische Bildungsmaterialien analysieren und bearbeiten sowie unsere eigene Arbeitspraxis untersuchen. Wir gehen den Fragen nach, was Kultur mit Rassismus zu tun hat, welche Auswirkungen diese Themen auf eine eigene Bildungsarbeit im Bereich des Globalen Lernens hat und warum „Entwicklung“ kein neutraler Begriff ist. Dabei erarbeiten wir Perspektiven für eine Bildungsarbeit, die Solidarität und Empathie bestärkt, ohne auf Exotisierungen zurückzugreifen oder koloniale Stereotype fortzuschreiben. Wir entwickeln Methoden, um unsere eigene Arbeit und unsere Materialien freier von Rassismus zu gestalten.

Modul I: Kulturkritische entwicklungspolitische Bildungsarbeit?!

Wir verwenden in Bildungsmaterialien, Methoden und im Arbeitsalltag Vorstellungen von Kultur und Kulturen, die oftmals koloniale Bilder und Stereotype transportieren und festigen. Mit Hilfe verschiedener, auch reflexiver Methoden und Übungen, werden wir uns fragen: Wie verstehen wir Kultur? Welches Weltbild steckt hinter dem „Kampf der Kulturen” und was hat dies mit meiner Arbeitspraxis zu tun? Wir werden die Verwandtschaft von Kultur und Rassismus genau untersuchen und Ansätze entwickeln, wie wir in unserer entwicklungspolitischen Arbeit einen offenen und dynamischen Kulturbegriff benutzen können, der weniger eurozentrisch ist.

Modul II: Rassismuskritische entwicklungspolitische Bildungsarbeit?!

Kritik an der entwicklungspolitischen Bildungs- und Öffentlichkeitsarbeit aus antirassistischer Perspektive fordert zur theoretischen und praktischen Auseinandersetzung auf. Dazu werden wir die zentralen Kritikpunkte diskutieren und erarbeiten, was Rassismus ist und wie wir Rassismus in Bildungsmaterialien erkennen können. Gemeinsam werfen wir einen kritischen Blick auf unsere eigene Arbeit und entwickeln Möglichkeiten, rassismuskritische Perspektiven in die Bildungsarbeit und in Materialien für die Öffentlichkeitsarbeit einzubeziehen.

Modul III: Neue Ansätze und Methoden für eine rassismuskritische und kultursensible Bildungsarbeit

Aufbauend auf der gemeinsam erarbeiteten Kritik an stereotypen Kulturkonzepten und rassistischen Bildern wenden wir uns neuen Ansätzen und
Methoden zu. Dazu reflektieren wir unsere eigene Motivation entwicklungspolitisch tätig zu sein. Wir verbinden dann unsere Beweggründe mit einer neuen Perspektive, indem wir positive Beispiele kennenlernen und erarbeiten. Wir werden uns – aufbauend auf unseren Praxiserfahrungen – fragen: Was sind Stolpersteine in unserer Arbeit, wenn wir zu Ungerechtigkeiten im globalen Norden und globalen Süden arbeiten? Wie können wir im Globalen Lernen rassismuskritisch und kultursensibel handeln? Dabei erarbeiten wir Wege, wie wir die Vision einer solidarischen Welt in der alltäglichen Arbeit verwirklichen können.

Train the Trainer: Denken und Handeln – Antirassismus in der entwicklungspolitischen Bildungsarbeit

Über Rassismus wird endlich gesprochen! Migrant_innenproteste gegen die Abschottungspolitik der EU, Angriffe auf Asylunterkünfte, Rassismus im Fußball und in Kinderbüchern, alltäglicher Rassismus in Deutschlands Amtsstuben. Rassismus ist ein Thema, auch in der entwicklungspolitischen Bildung?!

Im diesjährigen Bildungsprojekt „Solidarität Global Lernen – Entwicklungspolitisches Engagement jenseits von Rassismus und kulturellen Stereotypen“ möchte ebasa die Frage bearbeiten, wie mit Rassismen in der Bildungsarbeit umgegangen werden kann.
Im Laufe des Jahres werden in Fortbildungsreihen Multiplikator_innen der Bildungsarbeit, seien es Weltladen-Engagierte, Lehrkräfte oder Erzieher_innen, die Möglichkeit haben, sich mit den Themenfeldern Eurozentrismus, Kultur, Rassismus und Vorstellungen vom Globalen Süden/Globalen Norden auseinanderzusetzen.
Thema, Methoden und Herangehensweise

Die Train The Trainer-Wochenenden dienen der Vorbereitung der Fortbildungsreihe und sollen dazu beitragen, uns und euch zu ermutigen, mit Offenheit, Spaß und Kreativität das Thema Rassismus im Zusammenhang mit Globalem Lernen/ entwicklungspolitischer Bildung anzugehen. Vielleicht auch vorhandene Ängste zu besprechen und gemeinsam zu überlegen, welche neuen Möglichkeiten es jenseits von „Lehrbuchtipps“ und einem perfektioniertem Ideal gibt. Die Wochenenden bieten dafür genügend (und geschützten) Raum. Wir möchten uns mit Euch auf den Workshops mit folgenden Fragen beschäftigen:

Wie lässt sich in einer ermutigenden Bildungsarbeit, die Fragen globaler Süd-Nord-Gerechtigkeit thematisiert, konstruktiv mit dem Thema Rassismus umgehen?
Welche aktuellen Diskussionen zur antirassistischen und postkolonialen Kritik bezüglich des Globalen Lernens gibt es? Welche Argumente werden dabei ausgetauscht und worin sehen wir Chancen und Gefahren?
Welche eigene Haltung möchten wir/ möchte ich als in der Bildungsarbeit Tätige_r einnehmen?

Neben Inputs von externen Referent_innen sollen die Wochenenden viel Zeit für eigenes Ausprobieren, kleine und größere Übungen, Reflektionsrunden und das Erarbeiten eigener Ansätze bieten.

Der Flyer der Fortbildungsreihe kann hier heruntergeladen werden.

Die aus der Fortbildung entstandene Broschüre gibt es hier und kann auch bei uns bestellt werden.

 

 

In unserem Bildungsprojekt 2013 befassten wir uns mit Kulturkonzepten, die (häufig implizit) in Materialien und Methoden des Globalen Lernens verwendet werden. Gemeinsam mit den Teilnehmenden wurden die Zusammenhänge von Kultur, Stereotypen, Eurozentrismus und Rassismus erarbeitet und ein Bewusstsein für die Problematik von Kulturalisierungen geschaffen. Die Fortbildung bestand aus drei zweitägigen Modulen, die aufeinander aufbauten.

Die Fortbildungsreihe 2013 bestand aus 3 Modulen, die wir gerne auch in kleinerem Rahmen, z.B. als Wochenendworkshop, durchführen:

Modul I: Lernen und Kultur

Im ersten Modul der Fortbildungsreihe liegt der Fokus auf dem Thema Kultur und (inter/trans-) kulturelles Lernen. Dabei werden unterschiedliche Perspektiven auf Kultur vorgestellt. Zum einen werden aktuelle Ansätze von Kultur aus den Erziehungswissenschaften, der Psychologie und der Ethnologie behandelt. Zum anderen werden Kulturkonzepte vorgestellt und diskutiert, wie sie in interkulturellen Trainings für die berufliche Praxis häufig angeboten werden.

Modul II: Eurozentrismus, Rassismus, Kultur

Im Zentrum des zweiten Moduls steht der Zusammenhang von Kulturkonzepten mit Stereotypen, Eurozentrismus und Rassismus. In diesem Modul wird es eine praktische Einführung in das Themenfeld Eurozentrismus anhand verschiedener Übungen geben. Nach jeder Übung werden in kleinen Schritten Begrifflichkeiten wie Eurozentrismus sowie ihre Funktionsweisen erläutert.

Modul III: Kultur im Globalen Lernen
Im dritten Modul der Fortbildungsreihe werden die zuvor behandelten Inhalte schließlich verstärkt miteinander verknüpft und aufeinander bezogen. Der Fokus liegt hier auf den Zielsetzungen des Globalen Lernens: Wie können Eurozentrismus-sensible Kulturkonzepte im Globalen Lernen umgesetzt werden? Welche Kulturkonzepte passen generell zu den Zielsetzungen des Globalen Lernens und welche eignen sich weniger? In diesem Modul erlernen die Teilnehmenden wie sie Inhalte und Übungen des Globalen Lernens frei(er) von Eurozentrismus und Rassismus gestalten können.

Die Fortbildungsreihe richtet sich an Referent_innen und Multiplikator_innen, die im Globalen Lernen sowie dem (inter/trans-)kulturellen Lernen aktiv sind oder dies anstreben, an Lehrer_innen, Aktive  in der Bildungsarbeit, der Medienbranche sowie an Interessierte.

Der Flyer der Fortbildungsreihe kann hier heruntergeladen werden.

Die aus der Fortbildungsreihe entstandene Dokumentation mit Ideen und Methoden für kultursensibles Globales Lernen kann hier als PDF heruntergeladen werden. Sie kann auch bei uns bestellt werden!

2013: Kultur Global Lernen – Vom Umgang mit Kultur(en) im Globalen Lernen